Dienstag, 22. Oktober 2013

Fest zum Ende der Regenzeit in Nakhon Phanom [ไหลเรือไฟ]

Trotz Hotelzimmermangel habe ich mich wieder breitschlagen lassen nach Nakhon Phanom mitzufahren. Warum ich mitgefahren bin? Nun, es war ihnen so wichtig, dass ich mit fahre, dass sie sogar mir das Hotelzimmer bezahlen wollten.
Da ich sowieso nichts weiter wichtiges geplant hatte, bin ich mitgefahren.

Die Fahrt dauert gut und gerne drei Stunden (je nachdem wie schnell gefahren wird auch laenger, selten kuerzer).

In Nakhon Phanom angekommen, es war Freitag Nachmittag, ging es erstmal ins Hotel The River und nach dem obligatorischen Frischmachen auf eine kurze Rundfahrt durch die Stadt um zu sehen, was sich morgen Nacht angeguckt werden muss.
Nach dem Abendessen, unter anderem Thailaendischer Klebereis, leicht gesuesste gebratene Nudeln mit Erdnuessen und ... hm ... an den Rest erinnere ich mich nicht. Hab warscheinlich verdrengt. Weiss nur noch, dass ich mich standhaft geweigert hatte es auch nur zu probieren. Was eigentlich in Thailand ueberhaupt nicht geht, es sei denn, man will es sich mit seinen Gastgebern aufewig verscherzen. Von mir sind sie aber schon Kummer gewoehnt, daher kein Problem.
Es ist halt von Vorteil deutscher zu sein. Diese schonungslose Ehrlichkeit darf sich wohl sonst keine andere Nationalität der Welt leisten. Zumal ich auch immer bei neuen Bekanntschaften von Anfang an sage, als Deutscher trage ich mein Herz auf der Zunge *hust*.

Die Nacht war ok. Ich konnte nicht wirklich gut schlafen und habe stattdessen noch etwas mit der Timer-Shift Funktion meiner Handys rumgespielt:


Das ist uebringends der Ausblick von meinem Hotelzimmer gewesen. Auf der anderen Seite kann man Laos sehen.

Der Samstag duempelte so vor sich hin.
Es war angenehm kuehl. Sogar ueberaschend kuehl. Keine Ahnung wieviel Grad, aber es liess sich gut aushalten. Vielleicht stand ich aufgrund des wenigen Schlafes auch einfach nur so weit neben mir, dass ich die Hitze nicht voll wahrgenommen habe. Sei es wie es sei, in meiner Erinnerung war es ein unverschwitzter ... naja, nicht uebermaessig verschwitzter Tag.

Als es dann endlich gegen achtzehn Uhr dunkel wurde, bin ich noch mal in die Stadt getiegert. Ja, getiegert. Der Verkehr, die Autodichte ... grausam!


Der Uhrenturm ist so etwas wie ein kleines Wahrzeichen der Stadt. Bei meinem letzten Besuch hatte man mir erzaehlt was es damit auf sich hat. Ist glaube ich irgend so ein Freundschaftsding mit Laos ... oder war es Vietnam? Verdammt ich werde alt.

Auf den naechsten Bildern sieht man etwas von der Festdekoration. Ein paar Holzschiffchen und alles nett beleuchtet. Im grunde hatte die ganze Veranstaltung den Charm einer Kirmes nur ohne die ganzen Fahrgeschaefte und dafuer mit viel gegrilltem Getiers.

Was wird ueberhaupt gefeiert mag man sich jetzt fragen. Nun, der Blog-Post-Titel gibt schon einen ersten Hinweis. Es ist das Ende der Regenzeit. Nun mag man sich im ersten Augenblick denken: Ja und?
Jaha, es kommt aber noch doller. Als vom Buddhismus gepraegtes Land, feiert der feierfreudige Thai so manch unsinnige Regelung bzw. deren Ende mit viel Freude und Kabumm. Und damit meine ich nicht den Quark mit: Der Moench darf keine Frau anfassen, da er sonst verdibt. Neee, des bleibt das ganze ja ueber.
Aber als Religion, welche reich an mehr (oder weniger) stark beachteten Regeln ist, konnten sich die Regelmacher den Spass erlauben, einige auf eine Zeitperiode zu beschraenken, die zufaelligerweise einer Jahreszeit entspricht. Ein Schelm wer boeses dabei denkt.
So ist es den Moenchen drei Monate lang, und zwar genau die drei Monate der Regenzeit, nicht erlaubt uebernacht ihren Tempel zu verlassen. Ansonsten sind oder sollen sie immer auf Achse sein um ihren Erfahrungsschatz zu erweitern. Zumindest habe ich es so in etwa verstanden.
Ich muss aber gleich gestehen, das ganze Prinzip des Buddhismus ist mir noch nicht so ganz klar. Es scheint mir, von seinen Regelungen bzw. Anspruechen her, noch weit mehr in sich widerspruechlich, als der Katholische oder Juedische (soweit mir bekannt), oder sogar als der vom Christentum inspirierte, dies aber abstreitenden, islamische Glaube.
Aber, jeder soll nach seinem Fasson gluecklich werden.

Genug des Excourse. Es werden Boetchen aus Holz gezimmert, darauf Bildchen des Koenigs und Moenche montiert und diese in der Nacht vom Feuer illuminiert den Mekong runtergeschippert. So geshen ein Rhein in Flammen auf suesssauer.
Ganz putzig waren die Laoten. Waehrend die thai Schiffchen schoen ab und an ein Feuerwerk gezuendert haben, haben es die Laoten auch probiert. Von meiner Position aus konnte ich ab und an mal eine Rakete in die Luft steigen sehen. Und das war es auch schon. Von den drei oder vier Raketen, die ich mitbekommen habe, die die Laoten zuendeten, ist keine in einem schoenen Feuerwerk explodiert. Dafuer haben sie aber fleissig diese schwebenen Kerzen/ Himmelslichter aufsteigen lassen. Die Thais uebringens auch. Allerdings in meinem Ruecken, so dass ich nichts davon mitbekommen habe. Naja fast nichts.
Auf dem Weg ins Hotel, es war nach Mitternacht, so ein Ding auf die Windschutzscheibe runtergekommen. Hab mich natuerlich zu tode erscheckt. Gluecklicherweise war das Auto nahezu im Stillstand, da wir gerade in eine kleine Seitenstrasse einbogen. Wer weiss, was bei hoher Geschwindigkeit auf der Hauptstrasse passiert waere.

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