Wenn man es braucht, ist es auch schon zu Ende.
Freitag Mittag sind von mir ungestört die letzten Minuten des Wifi-Internets ausgetickt und Samstag Morgen hat sich auch das mobile Internet auf dem Handy verabschiedet.
Zuerst dachte ich: Passt schon. Bin am 6. eh für eine Woche weg. Brauche jetzt kein Internet zu buchen und dann eine Woche ungenutzt laufen lassen.
Grundsätzlich kein Problem. Hänge nicht in Facebook oder vergleichbares. Auch sonst bietet das Internet nichts, worauf ich nicht verzichtet könnte.
Und doch, tataaaa, hab mein Handy doch wieder mit dem Internet verknüpft. Ist zwar nicht das schnellste, aber es geht mir auch nur darum, bzw. ging mir nur darum noch einmal meine Mail abzuschreiben bezüglich der Daten des Fluges nach Australien. Wäre doof, wenn ich zu spät zum Flughafen fahren würde.
An alle die noch sehnsüchtig (oder nicht) auf eine von mir angekündigte Mail warten, möchte ich bitten sich bis zum 12. November zu gedulden. Dann bin ich zurück aus Australien.
Gut, das Hotel in Australien hat zwar auch Wifi, bin mir aber nicht sicher, ob es kostenlos ist. Ist mir aber auch wurscht, da keine längere Aufenthalte dort geplante sind.
Wo ich gerade hier schreibe... Auch auf die Gefahr hin, dass es von der betreffenden Person nie gelesen wird, gute Besserung! Hoffe die Geburtstag Karte ist (pünktlich) angekommen. Bei der Gelegenheit noch ein Strohhalmtipp von mir (wird, abgesehen vom Placebo Effekt, sicherlich nicht funktionieren): Probiere es mit Essigsaurer Tonerde Wickel. Soll beruhigend auf die Haut wirken. Hab es aber nicht ausprobiert. Bin zufällig darauf gestoßen, als ich betreffend etwas völlig anderem im Internet recherchiert hatte.
Nach vielen Versuchen und noch mehr verbranntem Geld habe ich mich dazu entschlossen das nähen aufzugeben.
Manches ist mir durchaus gelungen zu nähen. Wie zum Beispiel eine Einkaufstasche oder das Futter für eine Damenhandtasche (Pssst! nicht weitersagen, könnte unter verbotener Arbeit gezählt werden). Auch Damenkleidung ist erstaunlich leicht zu nähen.
Warum ich trotzdem mit dem nähen aufhören werde? Nun, ich trage Damenkleidung einfach zu selten, als dass ich Not hätte mir welche zu nähen.
Und ich weiß nicht warum, aber Herrenklamotten nähen sich so verdammt schwer. Eine dusselige Hose, es klappt nicht. Entweder ist die so klein, dass selbst ein Thai beim anprobieren die Luft anhalten muss, oder sie ist so unglaublich weit, dass sie fast wieder wie ein Rock aussieht. Vom vorderseitigen Verschluss will ich gar nicht erst anfangen.
Ich habe mir bei Burda einen "leichten" Schnitt für ein Herrenhemd gekauft. Burdaschnitte sollen angeblich so einfach nach zu nähen sein. Ich verstehe aber die Anleitung nicht. Schon beim dritten Arbeitsschritt hört es bei mir auf: "Ärmelschlitze am recht und linken Ärmel gegengleich arbeiten - ok, da kommen ich noch mit - An der Ärmelblende die Zugaben, mit Ausnahme der langen Ansatzkante und der unteren Kante, nach innen bügeln - wo finde ich denn die Ärmelblende? Und wo versteckt sich die Ansatzkante? - dazu die Zugabe - wo kommt die denn jetzt her? - in die Ecke schräg einschneiden. Blende an der Umbruchlinie - das einzige was im Umbruch ist, ist meine gute Laune - links auf links bügeln, danach wieder auffalten - wenn das so weiter geht, falte ich auch gleich jemand zusammen -. Ärmel an der Einschnittlinie einschneiden - ok, das bekomme ich hin -. Einfassstreifen - ich fass mir an den Kopf - rechts auf rechts auf die rückw. Einschnittkante stecken und 1 cm breit feststeppen, dabei 7 mm oberhalb vom Einschnittende enden. Ärmel ab dem Einschnittende schräg bis zum Nahtende einschneiden - wie? Ich soll meinen Ärmel kaputt schneiden? -.
Ich mach hier mal Schluss, mein Akku ist fast leer. Aber als Beispiel sollte das eigentlich reichen.
Trotz Hotelzimmermangel habe ich mich wieder breitschlagen lassen nach Nakhon Phanom mitzufahren. Warum ich mitgefahren bin? Nun, es war ihnen so wichtig, dass ich mit fahre, dass sie sogar mir das Hotelzimmer bezahlen wollten.
Da ich sowieso nichts weiter wichtiges geplant hatte, bin ich mitgefahren.
Die Fahrt dauert gut und gerne drei Stunden (je nachdem wie schnell gefahren wird auch laenger, selten kuerzer).
In Nakhon Phanom angekommen, es war Freitag Nachmittag, ging es erstmal ins Hotel The River und nach dem obligatorischen Frischmachen auf eine kurze Rundfahrt durch die Stadt um zu sehen, was sich morgen Nacht angeguckt werden muss.
Nach dem Abendessen, unter anderem Thailaendischer Klebereis, leicht gesuesste gebratene Nudeln mit Erdnuessen und ... hm ... an den Rest erinnere ich mich nicht. Hab warscheinlich verdrengt. Weiss nur noch, dass ich mich standhaft geweigert hatte es auch nur zu probieren. Was eigentlich in Thailand ueberhaupt nicht geht, es sei denn, man will es sich mit seinen Gastgebern aufewig verscherzen. Von mir sind sie aber schon Kummer gewoehnt, daher kein Problem.
Es ist halt von Vorteil deutscher zu sein. Diese schonungslose Ehrlichkeit darf sich wohl sonst keine andere Nationalität der Welt leisten. Zumal ich auch immer bei neuen Bekanntschaften von Anfang an sage, als Deutscher trage ich mein Herz auf der Zunge *hust*.
Die Nacht war ok. Ich konnte nicht wirklich gut schlafen und habe stattdessen noch etwas mit der Timer-Shift Funktion meiner Handys rumgespielt:
Das ist uebringends der Ausblick von meinem Hotelzimmer gewesen. Auf der anderen Seite kann man Laos sehen.
Der Samstag duempelte so vor sich hin.
Es war angenehm kuehl. Sogar ueberaschend kuehl. Keine Ahnung wieviel Grad, aber es liess sich gut aushalten. Vielleicht stand ich aufgrund des wenigen Schlafes auch einfach nur so weit neben mir, dass ich die Hitze nicht voll wahrgenommen habe. Sei es wie es sei, in meiner Erinnerung war es ein unverschwitzter ... naja, nicht uebermaessig verschwitzter Tag.
Als es dann endlich gegen achtzehn Uhr dunkel wurde, bin ich noch mal in die Stadt getiegert. Ja, getiegert. Der Verkehr, die Autodichte ... grausam!
Der Uhrenturm ist so etwas wie ein kleines Wahrzeichen der Stadt. Bei meinem letzten Besuch hatte man mir erzaehlt was es damit auf sich hat. Ist glaube ich irgend so ein Freundschaftsding mit Laos ... oder war es Vietnam? Verdammt ich werde alt.
Auf den naechsten Bildern sieht man etwas von der Festdekoration. Ein paar Holzschiffchen und alles nett beleuchtet. Im grunde hatte die ganze Veranstaltung den Charm einer Kirmes nur ohne die ganzen Fahrgeschaefte und dafuer mit viel gegrilltem Getiers.
Was wird ueberhaupt gefeiert mag man sich jetzt fragen. Nun, der Blog-Post-Titel gibt schon einen ersten Hinweis. Es ist das Ende der Regenzeit. Nun mag man sich im ersten Augenblick denken: Ja und?
Jaha, es kommt aber noch doller. Als vom Buddhismus gepraegtes Land, feiert der feierfreudige Thai so manch unsinnige Regelung bzw. deren Ende mit viel Freude und Kabumm. Und damit meine ich nicht den Quark mit: Der Moench darf keine Frau anfassen, da er sonst verdibt. Neee, des bleibt das ganze ja ueber.
Aber als Religion, welche reich an mehr (oder weniger) stark beachteten Regeln ist, konnten sich die Regelmacher den Spass erlauben, einige auf eine Zeitperiode zu beschraenken, die zufaelligerweise einer Jahreszeit entspricht. Ein Schelm wer boeses dabei denkt.
So ist es den Moenchen drei Monate lang, und zwar genau die drei Monate der Regenzeit, nicht erlaubt uebernacht ihren Tempel zu verlassen. Ansonsten sind oder sollen sie immer auf Achse sein um ihren Erfahrungsschatz zu erweitern. Zumindest habe ich es so in etwa verstanden.
Ich muss aber gleich gestehen, das ganze Prinzip des Buddhismus ist mir noch nicht so ganz klar. Es scheint mir, von seinen Regelungen bzw. Anspruechen her, noch weit mehr in sich widerspruechlich, als der Katholische oder Juedische (soweit mir bekannt), oder sogar als der vom Christentum inspirierte, dies aber abstreitenden, islamische Glaube.
Aber, jeder soll nach seinem Fasson gluecklich werden.
Genug des Excourse. Es werden Boetchen aus Holz gezimmert, darauf Bildchen des Koenigs und Moenche montiert und diese in der Nacht vom Feuer illuminiert den Mekong runtergeschippert. So geshen ein Rhein in Flammen auf suesssauer.
Ganz putzig waren die Laoten. Waehrend die thai Schiffchen schoen ab und an ein Feuerwerk gezuendert haben, haben es die Laoten auch probiert. Von meiner Position aus konnte ich ab und an mal eine Rakete in die Luft steigen sehen. Und das war es auch schon. Von den drei oder vier Raketen, die ich mitbekommen habe, die die Laoten zuendeten, ist keine in einem schoenen Feuerwerk explodiert. Dafuer haben sie aber fleissig diese schwebenen Kerzen/ Himmelslichter aufsteigen lassen. Die Thais uebringens auch. Allerdings in meinem Ruecken, so dass ich nichts davon mitbekommen habe. Naja fast nichts.
Auf dem Weg ins Hotel, es war nach Mitternacht, so ein Ding auf die Windschutzscheibe runtergekommen. Hab mich natuerlich zu tode erscheckt. Gluecklicherweise war das Auto nahezu im Stillstand, da wir gerade in eine kleine Seitenstrasse einbogen. Wer weiss, was bei hoher Geschwindigkeit auf der Hauptstrasse passiert waere.