Samstag, 23. November 2013

Perth, Australien - Tag 1

Am 6. November 2013 musste ich Thailand wieder verlassen um mein Visum zu erneuern. Beim ersten Visa-Run ging es (leider) nach Laos. Des war sowohl finanziell wie auch im Hinblick auf einen kurzweiligen Aufenthalt ein Griff ins Klo!
Die zweite Ausreise sollte um sooo viel besser werden. Schon zu Beginn meiner Sabbatical-Planung hatte ich mir fest vorgenommen nach Australien zu reisen und dort einen Koala zu knuddeln.

Ausreise aus Thailand war am 6. November um 21 Uhr mit JetStar Airways. Es ging über Singapur nach Perth, Australien. Alles zusammen eine Reisezeit von 8 Stunden (+/-).

Die Airline
Warum JetStar mag man sich fragen. Ich persönlich hatte vorher noch nie etwas von dieser Fluggesellschaft gehört. Der Preis hat letzten Endes den Ausschlag gegeben. JetStar war (anfangs) gut fünfzig Prozent billiger (ich wähle bewusst das Wort billiger und nicht günstiger) wie die Konkurrenz.
Trauriger weise blieben sie nach zwei Umbuchungen (meine eigene Dummheit beim ersten Umbuchen, das zweite Umbuchen geschah im Sinne meines Bedürfnisses bequem zu reisen) immer noch billig, aber bei weiten nicht mehr günstig.
Ich möchte hier jedoch nicht die Fluggesellschaft schlecht machen. Wie so oft bekommt man, was man bezahlt.
Wer also kein Problem damit hätte acht Stunden in einer Ryanair Sardinenbüchse zu sitzen, kann ohne zu zögern bei JetStar buchen und sich über das gesparte Geld freuen. Mir ist das nichts und hätte ich es gewusst, ich wäre Thai Airways geflogen.

Flughäfen
Also da muss ich ja sagen, auch wenn Singapur kein Land ist, dass ich mal besuchen möchte, der Flughafen ist schön.
Der Flughafen in Perth ist für einen internationalen Flughafen einer Millionenstadt eine mittlere Enttäuschung. Aber freundlich sind sie dort. Auch wenn die nette ältere Frau mit den Ausreisekarten kurz Panik in mir hervorgerufen hatte (nach ihrer Kenntnisse fliegen von diesem Flughafen keine JetStar Flüge nach Singapur).

Tag 1, 7. November 2013
Ankunft Perth gegen 8 Uhr morgens. Dank der verkrampften Sitzweise im Flugzeug habe ich mich mit schmerzenden Muskeln und einem (anfangs) steifen Knie aus dem Flugzeug und Flughafen gequält. Zu meinem Glück hatte ich schon in Bangkok ein bisschen Geld in australische Dollar gewechselt. Es mag an meinem vom Schmerz umnebelten Verstand gelegen haben, aber bewusst habe ich keine Möglichkeit zum Geldwechsel auf dem Flughafen wahrgenommen.
Kaum die Ankunftshalle verlassen habe ich den ersten Eindruck von Australien genossen. Alles so farbenfroh. Eine unglaublich angenehme Temperatur (vergleichbar mit Mitte/Ende Juni in Deutschland) und saubere Luft. Ein bisschen sah der Flughafen draußen aus wie der Flughafen auf Mauritius (wenn man sich die Berge weg denkt).
Um vom internationalen Teil des Flughafens zum City-Shuttle zu kommen bedarf es eines zehn minütigen Ritt mit dem Terminal-Transfer-Busses zum Terminal 3 (T3, nationale Flüge).
Soweit so knusprig und kostenlos noch dazu. So könnte es weiter gehen. Würde es vielleicht auch, wenn nicht ich reisen würde.
Die Beschilderung mit der Richtung zum Abfahrtsort des City-Shuttle habe ich erst gesehen (gefunden), nach dem ich das Ende der falschen Richtung erreicht hatte. Und selbst dann war ich noch nicht sicher, ob der Platz an dem ich wartete, der Richtige war (ich war ganz alleine).
Der Busfahrer mit seiner coolen vollverspiegelten Pilotenbrille hat mich als potentiellen Fahrgast erkannt (wahrscheinlich lag es an meinem Hut) und hat mich einsteigen lassen.
Ich hab mich schwer damit getan ihn zu verstehen und musste fast immer noch einmal nachfragen, was er wollte. Mag daran gelegen haben, dass mein Verstand sich geweigert hat zu verstehen, dass er 15 Dollar für die Fahrt haben wollte. Aber das sind nur Spekulationen.
Den Zustand des Schuttelbusses als abenteuerlich zu bezeichnen wäre Untertreibung und soll daher hier unerwähnt bleiben.

Irgendwas nach neun Uhr morgens, kurz vor zehn, kam ich heil beim Goodearth Hotel an. Grundsätzlich ist Check-In, wie bei fast allen Hotels, erst ab 14:00 Uhr möglich. Bei meiner Buchung (wohl wissend um meine frühe Ankunft) hatte ich nachgefragt, ob die Möglichkeit besteht bis zum Check-In mein Gepäck dort unter zu stellen.
Wie es so ist, gab es keine Reaktion seitens des Hotels und ich war auch nicht in der Stimmung noch einmal deswegen nach zu fragen oder gar anzurufen.
Bin also einfach viel zu früh dort aufgeschlagen und wollte einchecken. Und siehe da, es hat auch geklappt. Zumindest das einchecken. Mit der Buchung selbst gab es hier und da einige Unstimmigkeiten zwischen meinem Verständnis von dem was ich gebucht hatte und deren.
Hab dann alles bekommen, wie ich es wollte (gut, am 10. November wollte ein anderer Mitarbeiter mich auschecken, hat aber nicht geklappt hehe).

Das Hotel: Goodearth Hotel
Ein für den Preis überraschend gutes Hotel. Das Zimmer war groß und sauber. Das Bett vielleicht ein Ticken zu weich aber lieber zu weich, denn zu hart.
Das Schöne (und mit Hauptgrund für meine Wahl) war die kleine Küche mit einer Mikrowelle und zwei Kochplatten (samt Geschirr und Töpfe). Zwar wusste ich zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht wie unglaublich teuer alles in Australien ist, aber wer mich kennt... (selbst wenn es so günstig wie in Thailand gewesen wäre hätte ich mich selbst verpflegt).
Die Lage des Hotels ist ein Traum. Nahezu alle Sehenswürdigkeiten sind in einer Laufweite von nicht mehr als fünfzehn Kilometer entfernt. Es gibt keine Grund Geld für den Sightseeing Bus auszugeben. (Fast) Alle Punkte kann man bequem an einem Tag ablaufen und sieht dadurch sogar noch mehr von der Stadt.
Alle anderen touristisch interessanten Punkte innerhalb von Perth kann man mit den kostenlosen (ich liebe das Wort) Buslinien Rot, Gelb und Blau erreichen.

Der Tag war noch jung und ich, obwohl hundemüde, in der Stimmung mir die ersten Eindrücke von Perth zu holen.
Flink geduscht und frisch eingekleidet ging es raus. Kaum aus der Tür des Hotels getreten, konnte ich schon links von mir Wasser, Palmen und grünes Gras sehen. Und das in einer Farbintensität als hätte jemand den Kontrast zu hoch eingestellt.
Der Himmel hatte die selbe Blaufärbung, wie ich ihn aus meiner Kindheit in Erinnerung habe.
Ich bin gleich runter zum Wasser getiegert, in der irrigen Annahme es handele sich um den Pazifik. Später dann habe ich auf einer Karte gesehen es ist nur der Swane Lake? Oder River. Wie auch immer, jedenfalls nicht der Pazifik. Ist aber trotzdem schön. Wenn, ja wenn nur diese lästigen Kamikaze-Fliegen nicht gewesen währen.
Ich hätte mich auch nicht daran weiter gestört, wären die Mistfiecher nicht immer gegen meinen Kopf geflogen.
Das hat mich dazu veranlasst die grüne Wiese und das Wasser schleunigst hinter mir zu lassen.
Nach dem ein paar Häuser zwischen mir und dem Wasser waren, hatte ich (anfangs) wieder Ruhe.
Bin dann noch ein bisschen Ziellos durch die Straßen von Perth gelaufen und mehr durch Zufall als Absicht auf den "Central Business District" gestoßen mit all seinen Einkaufsstrassen, Restaurants und (in meinen Augen fragwürdigen) Sehenswürdigkeiten. Ich meine, in Frankfurt würde keiner auf die Idee kommen das Amtsgericht als Sehenswürdigkeit zu deklarieren. In Perth aber schon. Schaut auch nicht schlecht aus, aber muss man jetzt nicht unbedingt gesehen haben (sehe auch nicht schlecht aus, werde in Frankfurter Reiseführer trotzdem nicht erwähnt, vielleicht auch besser so).

Weiter habe ich an meinem ersten Tag Perth nichts gemacht. Aber auch nicht weiter schlimm, hatte ja noch genug Tage rumzubringen.

Bilder werden nachgereicht, sobald ich einen (richtigen) Computer in die Finger bekomme.

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